The Last Guardian

Neun Jahre ließ uns Fumito Ueda zappeln. Nur häppchenweise streute er Infobrocken zu seinem ambitionierten Meisterwerk in den Weiten des Internets und auf Messen und Branchenevents war es oft ein No-Show. Jetzt ist es endlich soweit: The Last Guardian ist nach mehrfachen Verschiebungen und einem Generationswechsel von PS3 auf PS4 endlich im Handel und GamePire hat die Reise mit dem fantastischen Fabelwesen Trico durchgespielt. Wir sind dank dieser emotionalen Achterbahnfahrt zu Tränen gerührt…

Wahre Freundschaft braucht keine Worte

Die Geschichte beginnt abrupt und ist schnell erklärt: Ein Junge wurde aus ungeklärten Gründen entführt und wacht in einer dunklen, scheinbar ausweglosen Höhle auf. Mysteriöse Tätowierungen zieren seinen Körper und neben ihm liegt ein Fabelwesen namens Trico, eine Mischung aus Vogel und Hund – angekettet und verletzt mit Speeren im Körper und von Wunden übersät. Wie wir dort hingekommen sind, was unsere Aufgabe und was das Ziel unserer Reise ist, darüber lassen uns Ueda, der Schöpfer des Spiels, und sein Team lange Zeit im Ungewissen. Wir befreien zunächst den angeschlagenen, uns aber freundlich gesinnten Trico und lassen uns auf das Abenteuer ein. Wer ICO oder Shadow of the Colossus kennt, kann erahnen, was uns hier erwartet.

Es wäre vermessen, The Last Guardian anhand seiner technischen Umsetzung oder seines mangelnden Abwechslungsreichtums zu beurteilen. Diese Aspekte offenbaren nämlich allerlei Schwachstellen und man sieht dem Spiel sein Alter deutlich an. Darauf kommen wir später zu sprechen. The Last Guardian überzeugt in anderer Hinsicht auf ganzer Linie: Es erzählt eine emotionale Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt. Von der ersten Minute an, wenn wir Trico von seinen Fußfesseln befreien, uns seine dicken Kulleraugen tieftraurig anstarren und er hechelnde Laute von sich gibt, schließt man dieses Tier in sein Herz und möchte es am liebsten umarmen. Dies ist ein herzerwärmendes Gefühl, das sich in den rund 12 Stunden Spielzeit immer wieder einstellt.

Außergewöhnlich ist zudem, dass der Junge und Trico ohne verbale Kommunikationen auskommen. Wie ein echtes Tier scheint Trico im Laufe der Handlung auf unsere Kommandos immer besser zu hören, folgt uns auf Schritt und Tritt und nutzt seine Instinkte, um uns vor Gefahren zu schützen und uns wichtige Orte zu zeigen. Ueda hat sehr viel Herzblut und Wärme in die Story einfließen lassen, spielt auf diese Weise mit unseren Gefühlen und lässt Mimik und Gestik sprechen, so dass die Geschichte in Kombinationen mit der tollen akustischen Hintergrundmusik in einer emotionalen Achterbahnfahrt mündet, die man so noch nie in einem Videospiel erlebt hat.

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