Resident Evil 7

Horror war selten so real

Mit Resident Evil 7 kommt zum ersten mal Capcoms komplett neue Highend-Engine zum Einsatz, die den einfallsreichen Namen RE Engine trägt und wirklich eine ausgezeichnete Optik auf den Bildschirm zaubert. Die erstklassigen (HDR-) Beleuchtungs- und Oberflächeneffekte sorgen nicht nur für eine enorm beklemmende Atmosphäre, zusammen mit zahlreichen weiteren grafischen Effekten sehen einige Gänge im Anwesen der Bakers ähnlich wie bei P.T. schon beinahe fotorealistisch aus. Auf PS4 läuft das neue Resi in einer festen, nativen 1080p-Auflösung mit fast konstanten 60 Frames pro Sekunde (FPS). Das setzt Sony voraus, wenn ein Spiel PlayStation VR unterstützt. Die Xbox One Version hat gelegentliche Framerate-Einbrüche bis in den hohen 40er-Bereich. Auf dem PC könnt ihr sogar zwischen 30 FPS, 60 FPS und einem unbegrenzten Modus wählen, falls euer PC die nötige Power mitbringt. Nur gelegentlich sinkt die Bildrate auf den Konsolen mal leicht ab, dank der allgemein hohen Framerate sind diese kleinen Ausreißer für den Spieler aber nicht wahrnehmbar.

Natürlich zeigt sich die eine oder andere Textur mal matschig, bewegliche Lichtquellen schimmern mal durch Objekte durch und im VR-Modus kommt es hier und da zu minimalen Clippingfehlern. Etwas nervig sind außerdem die einzigen Ladezeiten zu Beginn des Spiels, besonders wenn ihr im VR-Modus unterwegs seid wollen diese kein Ende nehmen. Die RE Engine lässt bei Resident Evil 7 deutlich ihre Muskeln spielen und ist spürbar für sehr realistische Innen- und Außenarealen ausgelegt. Große Teile des Spiels finden in einem eher langsamen Tempo statt und schnelle, minutenlange Action-Sequenzen wie in einem Uncharted gibt es nicht.

Die sehr realitätsnahe Darstellung der ekelerregenden Machenschaften der Baker-Familie und das klaustrophobe Level-Design mit Gedärmen und vielen abstoßenden Details erzeugt eine beklemmende Atmosphäre, die euch aus den Socken hauen wird. Diese visuelle Qualität bei einer Framerate von 60 FPS ist wirklich bemerkenswert. Im 4K-Modus auf der PS4 Pro kommt das Ganze natürlich noch besser zur Geltung und das Spiel läuft mit zusätzlichen Grafik-Features.

Auch der Sound weiß sich atmosphärisch einzubringen und setzt genau die Akzente, die in gefährlichen und spannenden Momenten nötig sind. Ruhige Passagen werden von Stress betonenden Klängen abgelöst, wenn ihr Feinden gegenübersteht, und unterstreichen somit äußerst subtil aber ebenso wirkungsvoll die einschüchternde Stimmung. Man nimmt die Musikuntermalung eigentlich nie so richtig bewusst wahr, lässt sich aber dennoch von ihr durch das Spiel tragen. So muss das sein!

Resident Evil 7 ist ab sofort für PlayStation 4 (mit PlayStation VR) sowie als Xbox Play Anywhere Titel für Xbox One und PC erhältlich. Das heißt, ihr müsst RE7 nur einmal kaufen und könnt sowohl auf der Xbox One als auch auf Windows 10 den unterhaltsamsten Schrecken eures Lebens erleben.

Pro & Cons

Pros:

+ starker Fokus auf Horror- und Survival-Elemente
+ ständiger Stress durch "unbesiegbare" Baker-Familie
+ altbekanntes Ressourcen-Management
+ Boss-Fights mit unterschiedlichen Verläufen
+ abstoßendes und klaustrophobes Level-Design
+ VR-Modus ist fcking creepy!
+ gut funktionierende Steuerung für VR
+ Waffenarsenal macht wirklich Spaß
+ sehr realistische Optik in 1080p/60 FPS
+ Angst einflößende Atmosphäre
+ VHS-Mini-Szenarios
+ viele Geheimnisse zu entdecken
+ Asylum-Schwierigkeitsgrad nach dem Durchspielen
+ 4K und zusätzliche Grafik-Features auf PS4 Pro
+ HDR-Unterstützung (PS4/PS4 Pro, Xbox One S, PC)
+ separat erhältliche Duftkerze (Blut und Holz)

Cons:

- lange Ladezeiten zu Beginn (besonders in VR)
- größtenteils recht simple Rätsel
- schwaches Nahkampfsstem
- ab und an sehr matschige Texturen
- Kantenflimmern auf Xbox One
- lange Laufwege, oft durch bekannte Areale

Wertung

  • Grafik: 9/10
    9/10
  • Sound: 9.5/10
    9.5/10
  • Story: 8.5/10
    8.5/10
  • Umfang: 8.5/10
    8.5/10
  • Steuerung: 8.5/10
    8.5/10
  • Spaß: 9/10
    9/10
  • Gameplay: 9/10
    9/10
  • Immersion: 9/10
    9/10

Closing Comment

Für einen Resident Evil Fan der ersten Stunde ist es auch nach zahlreichen Stunden mit Resident Evil 7 immer noch schwer zu realisieren, dass man den Horror ab sofort aus der Ego-Perspektive erlebt. Zugleich muss ich aber zugeben, dass Capcom mit seinem neusten Resi endlich wieder in die Spur gefunden hat! Resident Evil 7 ist trotz oder insbesondere aufgrund radikaler Änderungen mehr Resident Evil als irgendeiner der Vorgänger seit vielen, vielen Jahren. Action wurde nämlich endlich im Sinne von Survival-Horror zurückgestellt!

Das Ergebnis ist so furchteinflößend und abstoßend, es ist ein wahres Fest für Horror-Fans. Klar, das Tempo ist teils sehr gemächlich und die Rätsel relativ simpel und wenig abwechslungsreich, doch das lässt sich verschmerzen. Im VR-Modus schießt euch jedes Geräusch durch Mark und Bein und vor Schreck fällt man so manches Mal fast vom Stuhl. Um Resi 7 in VR zu spielen, muss man echt dicke Eier haben.

Resident Evil 7 ist ein Horror-Trip auf höchstem Niveau, der nach 14 bis 16 Stunden ein vorläufiges Ende findet. Wir sind bei unserem Besuch bei den Bakers zwar um etliche Jahre gealtert, können diese Erfahrung aber nur jedem Horror-Fan ans Herz legen und sind froh, dass Resident Evil wieder das ist, was es sein muss: Erstklassiger Survival-Horror!

9/10
Ich bin seit 2004 Chefredakteur und Leiter von GamePire. Als Evil Genius hinter den Kulissen und Gaming/Tech-Nerd gehört FIFA für mich nach 15 Jahren in der Gaming-Industrie immer noch genauso jedes Jahr zu den Highlights wie krachende Action- und Horror-Games oder super-schnelle Racing-Titel. Über innovative Hardware freue ich mich immer sehr und bin zudem ausgesprochener Fan der VR-Technologie. Auf Social Networks bin ich zuhause! See you there!

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