SevenOne Intermedia gehört zur ProSiebenSat.1 Media AG und betreibt unter SevenGames.de eine Reihe von Free2Play-Titeln, bei denen mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei ist. Ob nun Renn-, Rollen-, oder Strategiespiel, jedes Familienmitglied sollte im Portfolio des Unternehmens einen Titel seiner Wahl finden.
Das Konzept der sogenannten Free2Play-Spiele ist einfach: Das Basis-Spiel ist kostenlos und kann auch in (nahezu) vollem Umfang gespielt werden, während der Anbieter den Betrieb durch Werbung und den Verkauf von InGame-Items finanziert. Diese Items verschaffen gewisse Vorteile, etwa bessere Rüstungen, und können durch bares bzw. reelles Geld erworben werden, sind für den Fortschritt im Spiel aber nicht zwingend notwendig. Kritisiert wird dabei unter Spielern meist, dass auf diese Weise eine Zweiklassengesellschaft entsteht, in Wahrheit besteht der einzige Nachteil jedoch meist darin, dass der eigene Spielstand ohne Geldeinsatz ein wenig mehr Zeit in Anspruch nimmt oder einem im schlechtesten Fall ein paar Sammlerstücke fehlen.
Für gewöhnlich werden die besagten Items innerhalb des Spiels erworben, SevenOne vertreibt im Rahmen der Extended-Reihe aber auch exklusive Gegenstände, die online sonst nicht verfügbar sind. Das Schöne ist, dass sich auf der Disc für die jeweiligen Spiele Items im Wert von rund 40 Euro befinden sollen, das Ganze im Geschäft jedoch für knappe 20 Euro angeboten wird. GamePire hatte vor einiger Zeit ein großes Paket im Briefkasten mit den Extended-Discs zu Zarenkriege, Travianer, Drift City sowie Hovorun und wir haben uns bei dieser Gelegenheit dazu entschlossen, euch diese Titel kurz vorzustellen und den Nutzen der Extended Discs für die besagten Games zu überprüfen.
ZarenKriege
Bei Zarenkriege handelt es sich um ein reines Aufbaustrategiespiel à la Die Siedler oder Anno. Letztendlich geht es darum, seine Burg mit den nötigen Ressourcen auszubauen, um dann im nächsten Schritt eine große Arme aus den Boden zu stampfen und damit natürlich die diversen Feinde zu bekämpfen oder einfach sein Hab und Gut zu verteidigen. Das ganze Szenario spielt sich im Mittelalter ab, während der Spieler sich eines von zwölf unterschiedlichen Völkern wie Goten, Briten oder Teutonen aussucht, die jeweils besondere Fähigkeiten aufweisen, um damit dann als Herrscher über sein Land zu walten.
Der Einstieg gestaltet sich, trotz der relativ hohen Komplexität des Spiels, ziemlich einfach, da ein Berater in einer Art Tutorial in zehn aufeinanderfolgenden Missionen Schritt für Schritt erklärt, was zu tun und zu machen ist. Wer danach das Spiel in der Basis noch nicht verstanden hat, hat entweder die hilfreichen Texterklärungen nur überflogen oder einfach nur glücklich durch die Gegend geklickt, denn die Beraterfunktion des Spiels ist wirklich überaus hilfreich.
Als Dank für die Erfüllung des Tutorials bekommt der Spieler im Anschluss die ersten und einzigen kostenlosen Goldmünzen vom Spiel spendiert, mit denen man sich die Eingangs erwähnten Vorteile beschaffen kann, darunter beispielsweise auch das schnelle Erzeugen von zusätzlichen Ressourcen. Wer danach noch irgendwelche Goldmünzen in seinen Besitz bringen will, der muss dies über die Bezahlung aus seinem echten Geldbestand tun.
In Sachen Einheitenvielfalt sorgt Zarenkriege für viel Abwechslung, denn schließlich stehen dem Strategen 23 Kampf- und Belagerungseinheiten zur Verfügung und auch im Ausbau der Burg darf zwischen 15 Gebäuden, die allesamt auf Stufe 30 gebracht werden können, gewählt werden. Dazu kann der User im Laufe der Zeit durch erfolgreiche Kämpfe oder dem Ausbau seiner Burg an Erfahrungspunkten gewinnen, mit denen elf erlernbare Fähigkeiten langsam verbessert werden. So ist ZarenKriege ein feines Free2Play-Browserspiel und bietet genug Spaß und Abwechslung für längere Zeit. Für Strategiefans auf jeden Fall ein Blick wert, doch was taugen die Items auf Disc? Zwar findet man hier exklusive Extras wie Goldmünzen oder 1.000 Bogenschützen, die es so online sonst nicht gibt, doch auch wenn diese einen Wert von 40 Euro haben sollen, lohnt sich die Anschaffung der Extended Disc nur für Sammelbesessene, die unbedingt jedes Item haben müssen oder mit Geld um sich werfen können, um Zeit zu sparen. Alle anderen können sich die knapp 20 Mücken dafür sparen und gratis weiterspielen.
Travianer
Travianer ist ein verdammt knuffiges und liebevolles Rollenspiel, das gleichzeitig aber auch ein wenig an Die Siedler erinnert und natürlich an seinen Vorgänger Travian, das übrigens auch vom selben Entwickler stammt und eines der erfolgreichsten Browserspiele überhaupt war. Travianer möchte dort selbstverständlich nahtlos anschließen und gibt sich bei diesem Versuch auch wahrlich Mühe, um ein stimmiges Spielgefühl zu erzeugen.
Am Anfang generiert man sich einen eigenen Travianer, mit dem man dann fortan die Welt durchschreitet. Zur Auswahl stehen dabei wieder die drei Völker, die schon aus Travian bekannt sind. Hat man diese Schritte erledigt, so erfährt man schnell, dass man das Erbe seines alten Onkels angetreten hat und somit Haus und Schwein erbt. Dieses, also das Haus, dient als zukünftige Behausung, bei der nicht nur stets die Abenteuer des Users beginnen, sondern auch die alltäglichen Arbeiten eines Dörflers angefangen werden.
Travianer ist ein Community Game, bei dem es darum geht, Kontakte zu knüpfen, zu chatten und gemeinsame Aktionen durchzuführen, was man jedoch erst auf den zweiten Blick bemerkt. Natürlich hat jeder andere Bewohner von Travianer auch sein eigenes Haus, dass man je nach belieben und Kreativität frei ausschmücken kann, was mit Sozialpunkten finanziert werden muss. Hat man genug von diesen auf seinem Konto, so kann man entsprechend Möbel kaufen oder neue Wände hochziehen. Leider sind diese nicht ganz günstig und Sozialpunkte bekommt man nur, wenn man sich in Interaktion mit anderen Spielern befindet, mit ihnen also eine Reihe von Minispielchen bestreitet (Käsekästchen, Schiffe versenken, Schach, Skat usw.) und in der Arena kämpft. Für all diejenigen, die auch offline Sozialpunkte bekommen wollen, bleibt nur der Weg in die nächste Taverne, um dort die ganze Nacht dreckige Teller zu spülen.
Des Weiteren lebt Travianer von seinem Handel. Mit den vorhandenen Berufspunkten können Aktionen wie Lehm stechen, Erzsammeln, Holzhacken usw. getätigt und entsprechende Rohstoffe gesammelt werden. Rohstoffe können nun unter Aufwendung von mehr Berufspunkten weiterverarbeitet werden, damit aus diesen Brot, Waffen etc. entstehen, die wiederum auf dem Markt an NPCs oder andere Mitspieler verkauft werden. Berufspunkte sind allerdings nur begrenzt vorhanden, regenerieren sich jedoch über die Zeit. Schneller geht es allerdings, wenn man sich ein wenig ins virtuelle Bettchen legt.
Travianer ist also rundum eine Herausforderung an logistischen Aufgaben und Verwertungsketten, macht aber eben genau aus diesen Gründen Spaß, auch wenn die Welt der Browserspiele dieser Art schon sehr dicht besiedelt ist. Mit über 70.000 anderen Usern, die noch dazu sehr hilfsbereit sind und im Chat allen Anfängern gerne mal unter die Arme greifen, tummeln sich jedenfalls genug Mitspieler in dieser Welt. Wer ein etwas komplexeres Wirtschaftssystem mit viel Mikromanagement nicht scheut, der darf gerne mal einen Blick riskieren, doch auch hier gilt das Gleiche wie bei Zarenkriege: Über die Anschaffung der Extended-Disc sollten nur für Spielern nachdenken, die unbedingt jeden Gegenstand und jedes Objekt in ihrem Besitz brauchen. Sind eine einige Diamanten, ein exklusives Haus und ein paar andere Dinge wirklich 20 Euro wert?
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